NACHHALTIGKEIT

NACHHALTIGKEIT IM NEUBAU BIOTOPIA

Die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen in der Gebäudeplanung für BIOTOPIA eine zentrale Rolle. Das vom Bund entwickelte Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) betrachtet dabei ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualitäten sowie technische und prozessuale Aspekte über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg.

Durch den Einsatz von einem Grundwasserbrunnen sowie Wärmerückgewinnungsanlagen können bei BIOTOPIA erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden. So ist etwa vorgesehen, dass das Kühlungssystem des Gebäudes aus einer innovativen Kombination aus Rückkühlung durch Klima-Fortluft und Grundwasser sowie einem Sprinklertank als Kältepuffer besteht. Der CO2-Ausstoß kann dadurch um bis zu 87 Tonnen pro Jahr verringert werden. Nach aktuellem Planungstand übertrifft der BIOTOPIA-Neubau sogar die Anforderungen des neu in Kraft getretenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2020), das seit November 2020 die Energieeinsparverordnung (EnEV) ablöst, um etwa 40 Prozent. Damit werden die ohnehin höheren Mindestanforderungen an den energetischen Standard bei staatlichen Baumaßnahmen sogar nochmals übertroffen.

Im Außenbereich des Museums entsteht eine von den Architekten ludwig.schönle eigens für BIOTOPIA entwickelte baubotanische Struktur. Die Technologie der „Baubotanik“ nutzt das Wachstum von Pflanzen, um begehbare Bauwerke zu erschaffen. Durch die Bäume verlaufen Entdeckungspfade – vom Stamm bis hoch in die Krone. So erkunden die Besucher*innen multisensorisch das „Baumleben“, begreifen Bäume als Organismen und Wohnorte für eine Vielzahl von Erdbewohnern. © Ludwig Schönle Baubotaniker Architekten Stadtplaner

Durch den Rückbau der ehemaligen LMU Institute wird zudem kein zusätzlicher Flächenverbrauch durch den Neubau entstehen. Stattdessen zählen die Außenbereiche zu den besonderen ökologischen Qualitäten BIOTOPIAs: Der umfangreich begrünte Innenhof sowie die Außenanlagen unterstützen die enorme tierische und pflanzliche Artenvielfalt der Umgebung – wie etwa des Botanischen Gartens oder Nymphenburger Schlossparks, in dem in den letzten 120 Jahren ganze 198 Vogelarten beobachtet werden konnten. In Zusammenarbeit mit dem Studio Animal-Aided Design und mithilfe des gleichnamigen Konzepts, das darauf abzielt, Tiere durch eine artgerechte Planung dauerhaft im städtischen Freiraum anzusiedeln, soll die BIOTOPIA-Außenanlage u.a. mit einem Feuchtbiotop und Baubotanik als Lebensraum für verschiedene Tierarten dienen. Darunter sind etwa Mauersegler, Haussperlinge, Rauchschwalben, Fledermäuse, Amphibien, Libellen, Wildbienen und Schmetterlinge. Für die Pflanzenbewässerung wiederum soll eine Zisterne mit Regenwasser genutzt werden.

 

Unter die ökonomischen Gesichtspunkte, die die Lebenszykluskosten und Wertstabilität berücksichtigen, fällt etwa die Wahl langlebiger Materialien für BIOTOPIA. Der Neubau ist als Massivbau mit einer stützenfreien Dachkonstruktion aus Brettschichtholzträgern geplant. Im Innenraum dominiert das Material Holz. Die Fassade erhält eine putzähnliche mineralische Oberfläche mit Kerndämmung, das Dach eine Ziegeleindeckung. Außerdem bietet der große, flexibel nutzbare Ausstellungsraum im Obergeschoss die Möglichkeit, langfristig den unterschiedlichsten Anforderungen des Museums gerecht zu werden.

Durch die geschosshohe Verglasung der Hoffassade und den durchlaufenden Bodenbelag gehen der Museumshof und der Foyer- und Ausstellungsraum unmittelbar ineinander über. Die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmt ebenso wie die Grenze zwischen Museum und öffentlichem Raum. Das Museum ist als offener Ort konzipiert, der bereits im Innenhof zum Entdecken und Verweilen einlädt. © Atelier Loidl Landschaftsarchitekten

Soziokulturelle und funktionale Qualitäten wie die Barrierefreiheit des gesamten Museums sowie die qualitativ hochwertige Gestaltung der Ausstellungsräume und Arbeitsbereiche tragen ebenfalls zur Nachhaltigkeit des Gebäudes bei. Standortmerkmale wie die gute Anbindung an den ÖPNV und die Überlegung, eine eigene Bushaltestelle am Schlossrondel zu schaffen sowie die unmittelbare Nähe zum Botanischen Garten und Schlosspark als ergänzende Lernorte sind weitere positive Faktoren.

Um eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen im gesamten Lebenszyklus des BIOTOPIA-Neubaus zu erzielen, arbeiten alle Beteiligten mit Unterstützung von Expert*innen daran, die unterschiedlichen Dimensionen und Kriterien der Nachhaltigkeit wie Ressourcenverbrauch, Wirtschaftlichkeits-, Umwelt- sowie soziokulturelle Aspekte im gesamten Planungsprozess zu berücksichtigen.

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BIOTOPIA –
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