Bodenwelten: Selbstgebautes Wurzelfenster

Do it yourself anleitung

Wir laufen, stehen und fahren täglich auf dem Boden, ohne uns nähere Gedanken darüber zu machen. Klar, alles Wichtige passiert ja um uns herum und nicht unter unseren Füßen. Was soll da unten denn schon Spannendes sein? Eine ganze Menge!

Im Boden tobt das Leben und es krabbeln und kriechen jede Menge Lebewesen umher. Hier begegnet man einer ganzen Gemeinschaft von Pilzen, Pflanzen, Tieren, Bakterien und vielen weiteren Organismen. In einer einzigen Handvoll fruchtbarem Boden befinden sich mehr Lebewesen als es Menschen auf der Erde gibt.

In diesem Versuch könnt Ihr einen Blick in eine versteckte Welt werfen und das normalerweise unter der Erdoberfläche verborgene Wachstum einer Wurzel beobachten. Eure Beobachtungen könnt Ihr mit einem Daumenkino oder auf Video festhalten. 

Los geht’s - viel Spaß!


Ihr wollt mehr über das Leben im Boden erfahren?

Warum haben Wurzeln Haare? Sind Regenwürmer unterirdische Riesen?
Kann der Boden uns helfen das Klima zu schützen? Und wie entsteht Boden überhaupt?
Unten findet Ihr Zusatzinformationen rund um die verborgenen Bodenwelten
und Links zu Infomaterial, das wir online zum Thema aufgestöbert haben!


Auf einen Blick

  • Geeignet für Altersgruppe: ca. 6-14 Jahre

  • Besonders interessant für: Alle, die Freude an einem Langzeitprojekt haben und gerne über zwei bis drei Wochen eine Veränderung beobachten und dokumentieren möchten

  • Dauer: ca. 20 min + einige Wochen
    (ab und zu gießen und beobachten)


Material

  • Gebraucht wird:

  • Boden bzw. Erde

  • Pflanzensamen (z.B. Radieschen oder Kresse)

  • Ein leeres Marmeladenglas oder eine Glasflasche mit breiter Öffnung

  • Eine kleine Schüssel

  • Alufolie

  • Eine Schere

  • Einen Zahnstocher

  • Ein Haushaltsgummi

Tipp

Den benötigten Boden bzw. die Erde sammelt Ihr am besten mit einer kleinen Schaufel aus dem Garten, von einer Wiese oder aus dem Wald.


Ablauf

Schritt 1: Vorbereitung

Legt Euch zuerst alle Materialien auf deinem Tisch bereit. Öffnet das Marmeladenglas bzw. die Glasflasche und legt den Deckel beiseite, denn diesen brauchen wir nicht.


Schritt 2: Samen säen

Füllt das Marmeladenglas zu ca. ¾ mit dem Boden und feuchte die Erde leicht an.  Achtet darauf, dass der Boden nicht zu nass ist.
Es sollte kein Wasser unten in dem Glas stehen.

Nun könnt Ihr Euch zwei bis drei der Samen nehmen und sie direkt an den Glasrand legen. Markiert Euch die Stelle mit dem Zahnstocher, damit Ihr sie auch später noch wiederfindet.

Bedeckt die Samen flach mit Erde und haltet sie in den nächsten Wochen immer leicht feucht.

 


Schritt 3: Abdunkeln des Glases

Schneidet Euch ein Stück von der Alufolie ab. Das Stück sollte so breit sein, wie Euer Glas hoch ist, damit es die ganze Fläche abdunkeln kann. Wickelt den Streifen einmal um das Glas herum und befestigt ihn mit dem Haushaltsgummi.

 


Schritt 4: Glas aufstellen

Nehmt Euch noch ein zweites Stück von der Alufolie.
Die Größe ist hierbei egal, denn es dient nur der Stabilität des Glases. Knüllt die Alufolie etwas zusammen und legt sie in die Schüssel.

Kippt das Marmeladenglas nun vorsichtig und legt es in einem Winkel von etwa 30° in die Schüssel. Die Seite mit dem herausragenden Zahnstocher sollte nach unten geneigt sein
(falls das Glas keinen stabilen Stand hat, kann es mit noch mehr Alufolie stabilisiert werden).

Fast fertig! Stellt Eure Schüssel jetzt nur noch an einen warmen Ort, an dem sie viel Licht bekommt. Ein Fensterbrett ist dafür ideal.

 

Warum muss das Glas schräg aufgestellt werden?

Wurzeln wachsen immer gerade nach unten. Wenn das Marmeladenglas also normal stehen würde, könnten wir die Wurzel nicht richtig sehen. Wir tricksen sie aber aus! Dadurch, dass das Glas schräg steht, trifft die Wurzel auf die Seitenwand. Durch diese kann sie nicht hindurch wachsen, also wächst sie an der Wand entlang nach unten und wir können sie beobachten.


Schritt 5: Beobachten

Nun könnt Ihr Euch entspannt zurücklehnen und Euer Glas beobachten. Wenn sich die Erde trocken anfühlt, solltet Ihr Eurem Pflänzchen etwas Wasser geben. Schaut alle ein bis zwei Tage, was sich verändert hat und wie die Wurzeln gewachsen sind.

Die ersten Tage:
In den ersten paar Tagen werden Eure Samen die Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen und aufquellen. Dadurch werden sie aktiviert und es beginnt die Keimung. Zuerst bildet sich die Wurzel, danach könnt Ihr einen kleinen Stängel sehen, der die Oberfläche der Erde durchbricht und kleine Blätter besitzt.


Schritt 6: Daumenkino oder Fotodokumentation

Wenn Ihr Eure Beobachtungen dokumentieren möchtet,
könnt Ihr ein Daumenkino über die Veränderung der Wurzel basteln.

Das braucht ihr

  • Transparentpapier oder Folie
  • Einen Stift
  • Heftklammern oder Tacker
  • Ein wenig Geduld und Durchhaltevermögen

Und so geht's

Haltet das Papier bzw. die Folie an Euer Glas und zeichnet die Wurzel ab. Wiederholt den Schritt regelmäßig, damit Ihr mehrere Zeichnungen von verschiedenen Wurzellängen habt. Diese könnt Ihr nun in der richtigen Reihenfolge, also die erste Zeichnung ganz oben und die Letzte ganz unten, zusammenheften. Wenn Ihr jetzt mit dem Finger einmal durchblättert, könnt Ihr die Veränderung wie mit einem Zeitraffer ansehen.

Alternative

Alternativ könnt Ihr  auch Fotos mit einer Kamera oder dem Handy machen und diese mit einem Computerprogramm (z.B. Kizoa oder Animoto) zu einem Kurzfilm bzw. einer Diashow zusammenfügen. Hier habt Ihr die Möglichkeit, das Video mit coolen Effekt und Übergängen ganz persönlich zu gestalten.


Viel Spaß
beim Beobachten!


Erfahrt mehr!

Nicht nur Pflanzenwurzeln wachsen im Boden.
Auch ein ganzer Kosmos an Tieren, Pilzen und Mikroben lebt hier.
Das Bodenleben ist ein wichtiger Bestandteil der Ökosysteme auf unserer Erde. Neben den Lebewesen sind unsere Böden auch voll mit wertvollen Schätzen! Dort finden sich viele wichtige Salze, Mineralien, Edelmetalle und auch Edelsteine. Mit Sicherheit habt Ihr auch schon einmal davon gehört, dass das Skelett eines Dinosauriers im Boden gefunden wurde, also auch Fossilien liegen hier versteckt.
Für uns Menschen ist der Boden ebenfalls sehr wichtig.
Wir leben darauf, nutzen ihn als Quelle für verschiedene Rohstoffe und bauen dort unsere Nahrung an.

Spannende Fakten zum Leben im Boden

Wer tiefer graben will und nicht genug kriegen kann von den unterirdischen Welten, der ist hier richtig.

Eine haarige Angelegenheit

Die Wurzel deiner Pflanze ist voll von kleinen Haaren, den sogenannten Wurzelhaaren. Mit Hilfe dieser kleinen Härchen hat die Pflanze eine größere Oberfläche im Wurzelraum und kann besser Wasser und Nährstoffe aufnehmen. 

Unterirdische Riesen

Regenwürmer sind wahre Giganten in ihrem Lebensraum! Auch wenn uns Menschen die nützlichen Würmer klein vorkommen, sind sie im Vergleich zu anderen Bodentieren riesig: Während Ihr Springschwänze und Fadenwürmer noch mit bloßem Auge erkennen könntet, könnt Ihr Bärtierchen oder Wimperntierchen nur mit einem Mikroskop beobachten.

Woher kommt Boden eigentlich?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, muss man tief graben, denn irgendwann stößt man unter der Bodenschicht auf eine Gesteinsschicht. Aus diesem Gestein sind unsere Böden in Millionen von Jahren durch Verwitterung entstanden. Je nach Ausgangsgestein, Alter des Bodens und Klima können ganz verschiedene Bodentypen entstehen, zum Beispiel Braunerde, Schwarzerde oder Podsol. Das ist ein richtig spannendes Forschungsfeld, weil Physik, Chemie, Biologie und Geologie hier zusammentreffen!

Terra preta: Schwarzes Gold

Auch wenn im Regenwald um den Amazonas eine faszinierende Artenvielfalt zu finden ist, sind die Böden dort eigentlich nicht besonders nährstoffreich und somit für Ackerbau nicht gut geeignet. Daher staunten Forscher*innen nicht schlecht, als sie dort die sogenannte Terra preta fanden: dieser Bodentyp wurde von den Ureinwohner*innen des Amazonasbeckens durch Einmischen von Holz- und Pflanzenkohle, Dung, Kompost und Tonscherben erschaffen. Terra Preta hat ähnliche Eigenschaften wie Schwarzerde und ist somit besonders fruchtbar! Weltweit wird an und mit Terra preta geforscht.

Bodenschutz ist Klimaschutz

Genauso wie Bäume Treibhausgase speichern können, können auch Böden Treibhausgase speichern. Böden binden genau wie Bäume viel Kohlenstoff, vor allem wenn sie viel Humus enthalten. Gigantische Mengen Treibhausgase sind vor allem auch in den Mooren gespeichert. Deswegen sollte man beim Kauf von Blumenerde darauf achten, dass diese keinen Torf enthält, denn der Abbau von Torf schadet unseren Mooren und ist somit schlecht fürs Klima!


Weiterführende Links

Im Boden ist was los!

Video für Kinder

In dieser Löwenzahn-Folge dreht sich alles um den Boden, seine Bewohner und seine Bedeutung. Einfach und spannend erklärt lernen wir, warum die Bodenwelt so wichtig ist.

© ZDF Mediathek

Ohne Boden geht nichts

Artikel für Kinder

Ob Holz, Papier, Baumwolle oder Nudeln: Unsere Nutzpflanzen benötigen intakte Böden.
Auch wertvolle Biotope, das heißt die Lebensgemeinschaft von Tier- und Pflanzenarten in einem bestimmten Gebiet, hängen vom Boden ab.

© ÖkoLeo

Rudi Regenwurm

Video für Kinder
Die Wenigsten wissen, dass Regenwürmer als heimliche Stars des Bodens gelten. Ein Zustand den Rudi Regenwurm ändern will. In seiner ganz eigenen Art erklärt er, wie wichtig das unermüdliche Werkeln seiner Sippe für die Fruchtbarkeit unseres Bodens ist.
 
© ARD Mediathek

Es wimmelt im Boden

Artikel für Kinder

Unvorstellbar: Wenn Ihr mit Euren Füßen auf dem Erdboden steht, befinden sich mehr Lebewesen unter Euch, als Menschen auf der Welt leben. Was sich im Erdreich alles tummelt, erfahrt Ihr hier.

© GEOLINO

Die dünne Haut der Erde

Sonderausstellung Oldenburg

Vom 01. August 2020 bis zum 17. Januar 2021 zeigt das Museum Natur und Mensch Oldenburg die Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“. Sie gibt spannende Einblicke in die verborgene Welt unter unseren Füßen.

© Landesmuseum Natur und Mensch

BodenSchätze

Online-Eröffnung der Sonderausstellung

»BodenSchätze – Geschichte(n) aus dem Untergrund« ist eine interaktive Entdeckungsreise in den Boden. Sie richtet sich an kleine und große Feldforscher und Schatzsucher – und alle, die es werden wollen.

© Forschungsmuseum Schöningen

Wo Leben auf Steine trifft

Video für Erwachsene

Was formt die Oberfläche der Erde? Berge, Flüsse, Täler und Böden? Oder geologische Kräfte, die Gestein aus der Tiefe an die Erdoberfläche befördern, wo sie durch Niederschlag und Wind, durch Erosion und Verwitterung wieder zerstört werden?
Der Film zeigt, welche Rolle "die grüne Schicht des Lebens" spielt.

© Deutsches GeoForschungsZentrum

Erstellt von Kim Schmitz






BIOTOPIA –
Naturkundemuseum Bayern
Botanisches Institut
Menzinger Str. 67
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BIOTOPIA Newsletter

News

Wir freuen uns bekannt zu geben, dass BIOTOPIA - Naturkundemuseum Bayern das erste deutsche Mitglied der Global Coalition for Biodiversity ist, die alle Nationalparks, Forschungszentren, Wissenschafts- und Naturkundemuseen, Botanischen Gärten, Zoos, Parks, Aquarien und weitere Institutionen mobilisieren will, um vor der UN Biodiversity Conference (COP15) im  Jahr 2021 ihre Kräfte zu vereinen und ihre Stimme zur weltweiten Umweltkrise zu erheben. Nach dem Royal Belgian Institute of Natural Sciences wird BIOTOPIA auch das zweite Naturkundemuseum weltweit, das der Koalition beitritt.

Zur Pressemeldung

 

Im Juni 2020 feierte das Museum Mensch und Natur sein 30jähriges Bestehen – aufgrund der Corona-Pandemie allerdings leider ohne Feier oder sonstige öffentliche Veranstaltung. Da das Museum in den vergangenen 30 Jahren vielen Besucherinnen und Besuchern ans Herz gewachsen ist,wird dieses Jubiläum nun unter anderem mit einer Veröffentlichung in Google Arts & Culture gewürdigt.

Über die Suchfunktion wählen Sie das Museum Mensch und Natur an und bekommen die Möglichkeit ausgewählte Geschichten und Objekte zu erkunden. Darüber hinaus können Sie sogar über verschiedene Museumsansichten virtuell unser Museum besuchen. Betrachten Sie einige der beliebtesten Objekte ganz in Ruhe und vielleicht macht das ja Lust, mal wieder live im Museum vorbeizuschauen.

Mit der Transformation zu BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern steht dem Museum 'Mensch und Natur' eine spannende Zukunft bevor und wir freuen uns mit Google Arts & Culture ein Teil davon zu sein. Freunde des Museums 'Mensch und Natur' können die spannenden Inhalte jetzt in Onlinesammlungen auf der Google Arts & Culture Plattform und App betrachten und das Motto 'Naturkunde als Erlebnis" auch digital erfahren." 
 
Wieland Holfelder, Vizepräsident Engineering bei Google Deutschland und Leiter des Entwicklungszentrums München

Zu Google Arts & Culture

 

Das Buch "Idea Colliders" liefert einen provokativen Ansatz, wie sich heutige Wissenschaftsmuseen in dynamische Institutionen mit kreativen Kollaborationen verwandeln können. Gorman stellt dabei den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Künstlern, Designern, politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit in den Fokus und sieht die Fragen, Ideen und Erfahrungen aller Besucher*innen als wichtige Ressource für ein neuartiges Museumserlebnis. Das Buch ist ab sofort online in englischer Sprache zu bestellen und gibt spannende Einblicke in das Konzept der zum geplanten BIOTOPIA - Naturkundemuseum Bayern in München.

Der BIOTOPIA-Jahresbericht 2019 kann ab sofort heruntergeladen werden. Darin finden sich spannende Einblicke hinter die Kulissen, ein Interview mit Dr. Auguste von Bayern, ein Rückblick auf das EAT-Festival und vieles mehr! Ein Blick ins Jahrbuch lohnt sich also und wer begeistert ist von der Vision BIOTOPIA's kann gerne spenden und Mitglied unseres Förderkreises werden.

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