Wie funktioniert der aufrechte Gang?

Erklärseite

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen uns Menschen und Menschenaffen ist, dass wir in der Lage sind dauerhaft aufrecht auf zwei Beinen zu laufen. Doch warum ist das eigentlich so? Und wie funktioniert das überhaupt? Was sind die anatomischen Unterschiede zwischen uns und unseren nächsten Verwandten, die uns erlauben aufrecht zu gehen? Auf dieser Seite findet Ihr ein Erklärvideo, in dem die kleine Emma den Unterschieden zwischen einem Affen- und einem Menschenskelett auf den Grund geht. Außerdem erfahrt Ihr, warum wir Menschen im Laufe der Jahrmillionen überhaupt "aufgestanden" sind.

Erklärvideo zum Mitraten aus dem BIOTOPIA Lab


Erfahrt mehr!

Das Phänomen des aufrechten Ganges:
Wie der Mensch aufrecht laufen lernte

Es ist schon faszinierend wie sich unser Körper im Laufe der Zeit verändert hat. Kaum vorstellbar, dass wir Menschen einst nicht in der Lage waren aufrecht zu gehen.  2016 wurden die Überreste des Menschenaffen `Udo´ im Allgäu gefunden, welche darauf hinweisen, dass er mehr anatomische Ähnlichkeiten zu uns Menschen hatte als zu Affen. Somit ist dieser Fund ein Indiz dafür, dass bereits vor ungefähr 12 Millionen Jahren Menschenaffen fast aufrecht gehen konnten. Aber wieso hat sich der aufrechte Gang überhaupt entwickelt?

Dazu gibt es viele Theorien. Die natürlichen Bedingungen änderten sich und dadurch mussten sich die Menschenaffen an neue Lebensräume und neue Herausforderungen anpassen. Die Affen waren gezwungen, sich an das Leben im Flachland anzupassen.

Die bekanntesten Theorien sind:

1. Savannenhypothese

 

Die Theorie dahinter besagt, dass der Grund für den aufrechten Gang darin bestand, dass Feinde (Tiere, Gegner, etc.) schon von weitem zu erkennen waren und man sich gegebenenfalls schneller in Sicherheit bringen konnte, da die aufrechte Haltung einen besseren Blick in die Ferne ermöglicht.


2. Kühlerhypothese

 

Hier wird die erhöhte Sonneneinstrahlung auf den Körper als Auslöser für eine gerade Körperhaltung gesehen, da in der Savanne – anders als im Wald – die Affen einem deutlich höheren Hitzeeinfluss ausgesetzt waren. Um nicht zu überhitzen und dadurch erhebliche Kreislaufprobleme zu bekommen, soll der Affe angefangen haben aufrechter zu gehen. Damit ist eine kleinere Körperoberfläche der Sonne ausgesetzt, der Körper hat einen größeren Abstand zum wärmeabstrahlenden Boden und kann zusätzlich durch Wind gekühlt werden.


3. Werkzeughypothese

 

Laut dieser These war es ein weiterer Vorteil, dass die Hände frei waren, um Werkzeuge herzustellen und diese nutzen zu können. Das scheint aber lediglich eine Folge und nicht der eigentliche Auslöser für den aufrechten Gang gewesen zu sein.


4. Energieeffizienzhypothese

 

Einfach gesagt geht man hier davon aus, dass wir gelernt haben aufrecht zu laufen, damit wir weitere Strecken bewältigen können. Denn die Nahrungsangebote der früheren Vormenschen in der Savanne waren großflächiger verstreut.


5. Nahrungstransport-Sozial-Hypothese

 

Auch diese Hypothese scheint eher eine Folge zu sein, da durch die freien Hände nun das Sammeln und Transportieren von Nahrung möglich wurde. So konnte man Nahrung über weitere Strecken zurück zu anderen Familienmitgliedern bringen.

Das alles sind, wie gesagt, nur Theorien. Was letztendlich der ausschlaggebende Grund für den aufrechten Gang war, bleibt weiter ein Rätsel. Mit Sicherheit können wir aber sagen, dass sich durch den aufrechten Gang deutliche anatomische Unterschiede zwischen Menschen und Affen ergeben haben. Im Video haben wir uns kurz gemeinsam einige der wichtigsten körperlichen Unterschiede angeschaut und erfahren, warum diese einen Vorteil beziehungsweise Nachteil für den aufrechten Gang darstellen.

Viel Spaß
beim Entdecken!







BIOTOPIA –
Naturkundemuseum Bayern
Botanisches Institut
Menzinger Str. 67
80638 München, Germany

Phone: +49 (0)89 178 61-422
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

BIOTOPIA Lab: +49 (0)89 178 61-411

© BIOTOPIA - Naturkundemuseum Bayern 2019

BIOTOPIA Newsletter